Montag, 16. Februar 2026

Projekt IFuEL: Entwicklung einer hocheffizienten Trägheitsfusions-Lasertechnologie

Executive Summary 

Ein Forschungsteam aus fünf Instituten – koordiniert vom Deutschen Elektronen-Synchrotron DESY und der Universität Hamburg – erhielt eine Förderung von 14 Millionen Euro für das Projekt IFuEL (Entwicklung von Trägheitsfusionsenergie-Lasern und HED-Analytik)[1]. Ziel ist die Entwicklung einer neuartigen, hocheffizienten und skalierbaren Lasertechnologie, mit der sich Trägheitsfusionsexperimente realisieren lassen. Im Kern stehen kryogen gekühlte Yb:YLF-Festkörperlaser: Ihre theoretisch doppelt so hohe Effizienz und wesentlich geringeren Kosten (Faktor 10) machen sie gegenüber herkömmlichen Fusionslasern überlegen[2]. IFuEL umfasst sowohl die Laserentwicklung als auch Experimente an Laserpuls-Plasma-Interaktionen und Fusionsmaterialien. Das Projekt stärkt die deutsche Fusionsforschung im Rahmen des neuen nationalen Programms Fusion 2040[3][4] und dient als wichtiger Brückenschlag zwischen Grundlagenforschung (Photonik) und Anwendung (Fusionsenergie). Ein grober Zeitplan sieht Phasen von 2026 bis etwa 2029 vor. IFuEL könnte einen bedeutenden Beitrag zum langfristigen Ziel leisten, in den kommenden Jahrzehnten Demonstrationsreaktoren auf ICF-Basis zu ermöglichen und damit den Weg zu einer klimaneutralen Energieversorgung zu ebnen[5][6].



Kontext: Trägheitsfusion, HED-Analytik und Rolle der Laser

  • Trägheitsfusion (Inertial Confinement Fusion, ICF): Bei der ICF werden kleine Brennstoffpellets (Deuterium-Tritium) mit extrem kurzen Laserpulsen so stark verdichtet und erhitzt, dass eine thermonukleare Fusion einsetzt. Ein Meilenstein war das NIF-Experiment 2022, bei dem erstmals mehr Energie durch Fusion freigesetzt wurde als durch Laser eingebracht[7][8]. Diese Ignition-Ergebnisse haben weltweit die Forschung vorangetrieben. Dennoch besteht bei ICF weiterhin die Herausforderung, die hohen Energien und Wiederholraten für einen Kraftwerksbetrieb zu erreichen.
  • Hochenergiedichtephysik (HED) und Analytik: HED-Physik befasst sich mit Materiezuständen unter extremen Drücken und Temperaturen, wie sie in Fusionsplasmen auftreten. HED-Analytik meint hier insbesondere die experimentelle Diagnose solcher Plasmen (z.B. Ionen- und Photondetektoren), um Fusionsreaktionen und Materialinteraktionen zu untersuchen. Im IFuEL-Projekt wird HED-Analytik eingesetzt, um Laserpuls-Plasma-Interaktionen und „plasma-facing materials“ zu charakterisieren[9][10]. Dabei kommen DESYs Röntgenquellen (PETRA III/NanoLab) und spezielle Detektoren zum Einsatz.
  • Rolle der Laser: Laser sind das zentrale Werkzeug der Trägheitsfusion, weil sie das Brennstoffplasma in Nanosekundenspannen komprimieren. Anders als in der Magnetfusion (Tokamak) muss bei ICF ein sehr leistungsstarker, kurz periodischer Puls (oder mehrere, oft kombiniert über Opitksysteme) eingesetzt werden. Herkömmliche Anlagen wie die NIF verwenden mehrere gepulste Nd:Glass-Laser mit sehr niedriger Wiederholrate. IFuEL setzt hingegen auf diodengepumpte Yb:YLF-Festkörperlaser mit Kryokühlung. Diese Technologie verspricht eine verdoppelte Effizienz und eine Kostenreduktion um etwa den Faktor 10 gegenüber herkömmlichen Hochleistungs-Festkörperlasern[2]. Der Einsatz von Yb:YLF ermöglicht zudem höhere Pulsfrequenzen (bis zu zehn Pulse pro Sekunde) und eine insgesamt skalierbare Architektur.

Zusammengefasst zeigt der Kontext: ICF hat großes Potenzial als saubere Energiequelle (erstmals 2022 praktisch demonstriert)[7][8]. Die benötigten Laser sind aber derzeit ineffizient und langsam. IFuEL zielt darauf ab, diesen Engpass zu überwinden, indem moderne Festkörperlaser-Systeme und fortgeschrittene Diagnostik (HED-Analytik) kombiniert werden. Dies schließt sowohl Grundlagenforschung an Plasmen als auch technologische Entwicklung neuer Lasersysteme ein.

Projektbeschreibung

Ziele: Das Projekt IFuEL hat das Ziel, Laseranlagen zu entwickeln, die in einem künftigen Trägheits-Fusionskraftwerk eingesetzt werden können. Konkret sollen Yb:YLF-Kristallverstärker so ausgelegt werden, dass sie Hochenergie-Pulse mit über 100 J (Nanosekundenbereich) bei Wiederholraten von bis zu 10 Hz erzeugen können[11]. Der Fokus liegt dabei auf hoher Energieeffizienz: Die neuartige Laserarchitektur könnte den Gesamtwirkungsgrad von Fusionslasern etwa verdoppeln und die Kosten radikal senken[2]. Dabei wird IFuEL schrittweise vorgehen:

  • Laserarchitektur und Effizienz: Langjährig arbeitet die Gruppe um Prof. Kärtner (UHH/DESY) an Yb:YLF-Lasern. Die Kryokühlung reduziert Wärmeverzerrungen, wodurch höhere Leistung und Pulse möglich werden[2]. IFuEL baut auf diesem Stand auf: Als Zwischenziel wird die Konstruktion eines 200-Joule-Yb:YLF-Lasers realisiert[12]. Dieser dient als Prototyp, der später zu einem modularen System mit vielen Verstärkern erweitert werden kann. Die Energieeffizienz soll dabei über 10 % liegen – etwa doppelt so hoch wie bei konventionellen Solid-State-Systemen.
  • Skalierbarkeit: Die Laseranlage soll modular erweiterbar sein, um langfristig Pulsenergien im Megajoule-Bereich zu erreichen. Die Projektmitarbeiter planen, mehrere Verstärkerstufen in Serie (Mehrfachverstärkung) zu betreiben. Über Simulationen und Parallelschaltungen werden Komponenten so ausgelegt, dass sie später zu hunderten Strahlkanälen in einem Kraftwerksmaßstab ausgebaut werden können. Erste Experimentieraufbauten werden im Niedrigenergie-Bereich (100–200 J) validiert, um Designprinzipien zu überprüfen[11][12].
  • Geplante Experimente und Testumgebungen: Das Team wird sowohl Laserprototypen als auch eine Laser-Plasma-Interaktionskammer entwickeln. In DESY-Laboren wird eine Vakuumkammer aufgebaut, die einen Hochgeschwindigkeits-Wasserstoffjet (Deuteriumgasstrome) als Ziel enthält[9]. Darin können die Laserpulse fokussiert werden, um Fusionsplasmen anzuregen. HZDR wird das Strahlführungssystem und kryogene Komponenten beisteuern (ähnlich wie beim DRACO-Laser), während Rostocker Forscher die Plasma- und Ionenmessungen durchführen[9]. Das freigesetzte Plasma und die Ionenschauer werden analysiert, um Brennstoff-Zündbedingungen zu charakterisieren und potenzielle Wandmaterialien zu testen.
  • Materialtests: Parallel nutzt das Team DESYs PETRA-III-Röntgenquelle und das NanoLab, um plasma-facing materials (PFM) – also Fusionsreaktormaterialien – unter Hochenergiedichtebedingungen zu prüfen[13]. Dazu werden Materialproben den aus dem Plasma freigesetzten Ionen und Röntgenstrahlung ausgesetzt, um Alterung oder Schädigung zu messen. Dieses Verbundvorhaben ermöglicht erstmals eine kombinierte Testplattform aus Hochleistungslaser- und Röntgenanalytik.
  • Meilensteine und Zeitplan: Grob skizzierte Projektphasen (pro Jahr) sind:

Meilenstein

Zeitraum

Geschätztes Budget

Projektstart: Aufbau des Teams, erste Konzepte und Designs für die Yb:YLF-Systeme

2026

~3 Mio € (hauptsächlich Personal, Aufbau einfacher Prototypen)

Konstruktion und Test eines 100–200 J-Yb:YLF-Verstärkers, initiale Laserläufe

2027

~4 Mio € (Ausrüstung: Laser, Pump-Module, Kühlung, Messtechnik)

Bau der Hochintensitäts-Kammer am DESY (Vakuum, Wasserstoffjet) und erste Experimentläufe mit Partnern (HZDR, Rostock)

2028

~4 Mio € (Laboreinrichtung, Betriebskosten, Abschirmung)

Abschlussphase: Integration aller Komponenten, umfassende Laserpuls-/Materialtests, Auswertung und Publikation

2029

~3 Mio € (Datenanalyse, Projektmanagement, Publikationen)

Hinweis: Die Zahlen sind grobe Vorschläge. Detaillierte Budgets sind nicht öffentlich. Unbekannt ist etwa die Aufteilung auf Personal vs. Geräte.

·         Technische Herausforderungen: Die Bau- und Testphasen müssen mehrere kritische Probleme lösen. Zum einen muss der Laserbetrieb im Dauerbetrieb (24/7-Betrieb) funktionieren. Dies stellt hohe Anforderungen an Kühlung und Stabilität: Kleine optische Aberrationen oder Überhitzung können Pulse verzerren oder Optiken beschädigen[14]. Zum anderen ist die Synchronisation bei hohen Pulsraten anspruchsvoll. Zur Vermeidung teurer Entwicklungsfehler werden Simulationen eingesetzt – analog zum LLNL-Fraunhofer-Kooperationsprojekt “ICONIC-FL”[15]. Letztlich zielt IFuEL darauf ab, diese Risiken frühzeitig zu adressieren, indem in kleinem Maßstab (100 J-Pulse) getestet und erst bei Erfolg hochskaliert wird.

flowchart LR
    F[Förderung: BMFTR (Fusion 2040)] --> P[Projekt IFuEL<br/>(Koordination: DESY & UHH)]
    P --> D[DESY: Photonentechnologie, Entwicklung des Yb:YLF-Systems, Aufbau der Testkammer]
    P --> U[Uni Hamburg: Physik der Yb:YLF-Laser (Cluster CUI/AIM), Prototyp-Entwicklung]
    P --> H[HZDR (Dresden): Hochleistungslaser-Expertise (DRACO), Kryotechnik, Strahlführung]
    P --> R[Rostock: HED-Plasmaphysik, Diagnose von Ionen- und Photonenausstoß]
    P --> I[Fraunhofer ILT (Aachen): Laser-Engineering, Simulation, industrielle Skalierung]

Abbildung: Struktur des IFuEL-Verbunds und Zuständigkeiten der Partner (Fördergeber–Projekt–Institutionen mit Kernkompetenzen).

Beteiligte Institute und ihre Rollen

  • DESY: Als Großforschungseinrichtung mit Schwerpunkt Photonenteilchenforschung leitet DESY (gemeinsam mit der UHH) das Projekt[1]. Am Standort Hamburg werden die Laserprototypen entwickelt. Prof. Franz Kärtner (DESY/UHH) führt als Hauptforscher die lasertechnische Entwicklung an. DESY stellt zudem die Testinfrastruktur: die hochintensive Laser-Plasmakammer sowie die Röntgenanalyse-Anlagen (PETRA III/NanoLab)[13].
  • Universität Hamburg (UHH): Die UHH ist die wissenschaftliche Heimat der Projektkoordinatoren (u.a. Prof. Kärtner). In der Exzellenzinitiative CUI: Advanced Imaging of Matter (AIM) hat die Physikfakultät langjährige Erfahrung mit ultraschneller Laserspektroskopie. Das Team liefert Konzepte für die Verstärkerarchitektur und unterstützt bei Experimenten. Prof. Kärtner und Mitarbeiter entwickeln die Kryolasertheorie und verstärkten Kristalllaser[2].
  • Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR): In Sachsen gilt das HZDR als zentrale Einrichtung für Hochenergiedichtephysik und laserinduzierte Fusion[10]. HZDR betreibt die Laseranlage DRACO und langjährige Kryojet-Experimente. Im IFuEL-Verbund entwickelt HZDR Komponenten für den Strahltransport und die Kühlung (z.B. Pumpquellen, Kryostate)[9]. Außerdem steuert HZDR seine Erfahrung in Hochleistungs-Lasermesstechnik bei.
  • Universität Rostock: Die Rostocker Physikfakultät hat eine Arbeitsgruppe für Hochenergiedichtephysik, geleitet von Prof. Dominik Kraus. Sie übernimmt primär die Plasmaphysik und Diagnostik. Insbesondere baut Rostock den experimentellen Aufbau rund um den Wasserstoffjet und die Ionenmessungen auf. Ziel ist es, die entstehenden Plasmen (Temperatur, Dichte, Ionenschauer) zu charakterisieren und daraus die Effizienz der Laserkapsel-Zündung abzuleiten[9][11].
  • Fraunhofer ILT (Lasertechnik Aachen): Als Industrieinstitut bringt Fraunhofer ILT weltführende Erfahrung in diodengepumpten Festkörperlasern (DPSSL) ein. Das Aachener Institut ist bekannt für die Entwicklung und industrielle Skalierung großer Festkörperlaser[16]. ILT übernimmt die detaillierte Lasersimulation und geht die Maschinenbau-Aspekte an – etwa Multischicht-Verstärkerdesigns und Kühlkonzepte. Zudem zieht ILT Erkenntnisse aus internationalen Fusionstechnik-Projekten (z.B. US-Fusionforschung) heran, um Entwicklungsrisiken zu minimieren.
  • Koordination: DESY und UHH steuern gemeinsam das Verbundprojekt. Es gibt regelmäßige Abstimmungsrunden (Steuerungskreis) für Meilensteine, Publikationen und Ressourcen. Die Projektleitung liegt bei den DESY/UHH-Wissenschaftlern (franz Kärtner u.v.a.), unterstützt durch die administrativen Abteilungen beider Einrichtungen.

Finanzierung

Medienberichte sprechen zunächst von einer ungenauen „Millionenförderung“, tatsächlich werden 14 Mio. € bereitgestellt[1]. Diese stammen aus dem neuen Forschungsprogramm Fusion 2040 des Bundes (Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt, BMFTR)[3]. Fusion 2040 wurde Ende 2025 initiiert, um insbesondere die Infrastruktur für Trägheitsfusion aufzubauen[3][4]. Neben dieser Bundesförderung können weitere Mittel aus beispielsweise EU-Programmen oder industriellen Partnerschaften hinzukommen – dazu liegen derzeit aber keine Angaben vor.

Budgetverwendung: Konkrete Details über die Mittelverteilung sind nicht veröffentlicht. Typischerweise fließen die Gelder in folgende Kategorien (Schätzung): (a) Personal – Gehälter für Wissenschaftler, Ingenieure, Techniker (das Konsortium umfasst vermutlich 10–20 Fachkräfte); (b) Geräte und Infrastruktur – Anschaffungskosten für Hochleistungslaser (Lasergranaten, Diodenpumpen), Optik, Kryosysteme, Vakuumkammern und Diagnosegeräte; (c) Laborausstattung und Betrieb – Ausbau der Labore, Messsysteme, Strom- und Kühlkosten; (d) Verwaltung und Kooperation – Projektmanagement, Reisekosten, Workshops. Es ist anzunehmen, dass ein großer Teil in die teure Laser- und Messtechnik fließt. Endgültige Aufschlüsselungen sind in den Quellen nicht angegeben.

Wissenschaftliche Bedeutung

Beitrag zur Fusionsforschung: IFuEL adressiert eine zentrale Hürde der ICF: die Technologie der Hochleistungs-Laser. Erfolgt die erfolgreiche Demonstration des Yb:YLF-Systems, wäre dies ein Durchbruch für den Fusionsnutzungsansatz. Ein doppelt so hoher Wirkungsgrad bedeutet beispielsweise, dass bei gegebener Nutzenergie nur halb so viel Strom benötigt wird – ein entscheidender Schritt auf dem Weg zu einem effizienten Fusionskraftwerk[2]. Gleichzeitig ermöglichen die neuen Experimentierräume (Laser-Kammer, PETRA III etc.) tieferes Verständnis der Plasmaphysik unter Fusionsbedingungen. Die gewonnenen Daten können in theoretische Modelle einfließen und die Planung größerer Fusionsexperimente (z.B. zukünftiger Fusionsanlagen) verbessern. Langfristig wird IFuEL-Equipment Teil des deutschen Fusions-Ökosystems: DESY kann als Testzentrum für Fusionsmaterialien fungieren, wie es das Projekt schon vorbereitet[13].

Innovationspotenzial: Die Kombination aus Spitzenforschung (Universitäten, Helmholtz) und angewandter Entwicklung (Fraunhofer) ist ein Innovationstreiber. IFuEL liefert einerseits neue Laserarchitekturen, andererseits robuste Plattformen für Hochenergiedichte-Experimente. Die Beteiligung von Fraunhofer ILT stellt sicher, dass Entwicklungsergebnisse schnell in industrielle Anwendungen überführt werden. Durch Simulationen, wie sie auch in internationalen Konsortien erfolgen[16], sollen Fehlentwicklungen früh erkannt und Gesamtprojektkosten minimiert.

Risiken und Herausforderungen: Das Projekt ist technisch hochriskant. Beispielsweise verursacht Dauerbetrieb von Hochleistungslasern thermische und optische Belastungen: Schon kleinste Krümmungen oder Temperaturgradienten in den Verstärkerplatten können zu Strahlverzerrungen oder gar Bruch von Optiken führen[14]. Damit verbunden sind hohe Kosten: Es heißt, in einem zukünftigen Fusionslaser mit Hunderten Strahlenwegen könne jeder übersehene Designfehler zu milliardenschweren Mehrkosten führen[15]. Zudem liegen bislang nur erste Demonstrationen vor; die Skalierung von 100 J auf Megajoule-Niveau ist technisch noch nicht erprobt. IFuEL geht dieses Risiko schrittweise an, indem zunächst in kleinem Maßstab gebaut und getestet wird.

Gesellschaftliche und wirtschaftliche Auswirkungen

  • Energieperspektiven: Ein erfolgreiches Fusionsexperiment – hier speziell lasergetriebene Trägheitsfusion – würde eine nahezu unerschöpfliche und CO₂-neutrale Energiequelle bedeuten. Fusionskraftwerke könnten rund um die Uhr Strom liefern und volatile erneuerbare Energien ergänzen[6]. IFuEL trägt direkt dazu bei, die nötige Lasertechnik in Deutschland zu entwickeln. Das Bundesforschungsministerium hat mit dem Fusion 2040-Programm das klare Ziel formuliert, binnen etwa 20 Jahren einen Prototyp-Fusionsreaktor zu realisieren[5]. IFuEL ist dabei ein konkreter Baustein auf diesem Pfad.
  • Industriepartnerschaften: Das Konsortium bindet bereits Industrie und Hochschulen zusammen. Fraunhofer ILT koordiniert den Transfer technischer Lösungen, wodurch z.B. deutsche Laserindustrie (Hersteller von Pumpdioden, Verstärkermaterialien) profitiert. Auch die deutsche Fusions-Allianz (u.a. Hamburg, Sachsen, Schleswig-Holstein) fördert regionale Netzwerke. Laut einer Länder-Allianzvereinbarung sollen Kooperationen mit der Zulieferindustrie gestärkt werden[17]. Beim Aufbau der Fusionsinfrastruktur sind viele Spezialfirmen gefragt – von Hochvakuumtechnik bis hin zu eigens gefertigten Laserkristallen. Experten erwarten, dass die Fusionsforschung über Jahre Hunderte Arbeitsplätze in Wissenschaft und Industrie schafft und innovative Zulieferprodukte hervorbringt.
  • Zeitrahmen bis zur Anwendung: IFuEL selbst ist auf eine Laufzeit bis etwa 2028/2029 ausgelegt. Zu den unmittelbaren Ergebnissen zählen Prototyp-Laser und erste Materialtests. Ein wirtschaftlich nutzbares Fusionskraftwerk ist aber noch Jahrzehnte entfernt. Die nationalen Planungen streben Demonstrationsanlagen um 2040 an, während ein kommerzieller Kraftwerksbetrieb möglicherweise erst Mitte des Jahrhunderts realistisch ist. In der Zwischenzeit bringt IFuEL Technologien hervor, die auch anderen Hochenergiedichte-Anwendungen (z.B. Röntgenquellen, Industriebeleuchtung) nutzen könnten.

Zusammenfassung: Das IFuEL-Projekt verbindet Grundlagenforschung und angewandte Entwicklung, um eine Schlüsseltechnologie der Fusionsenergie voranzutreiben. Es adressiert technische Engpässe (Laserwirkungsgrad, Wiederholrate), stärkt die Zusammenarbeit von Forschungseinrichtungen (DESY, Uni Hamburg, HZDR u.v.m.) und bindet Industriepartner ein. Damit leistet IFuEL einen wichtigen Beitrag zum deutschen Fusions-Forschungsprogramm[3][17].

Quellen: Pressemitteilungen von DESY[1][7] und Universität Hamburg[8][2], das IFuEL-Projektprofil[11] sowie Fachpublikationen und Verbändestudien zur Trägheitsfusion und Hochenergiedichtephysik[16][17].


[1] [3] [5] [7] Von der Photonenwissenschaft zur Fusion: Fördermittel für die Entwicklung eines Fusionsenergie-Lasers · DESY

https://desy.de/desy_aktuell/2026/ifuel/index_ger.html

[2] [4] [8] [9] [12] [13] 14 Millionen Euro für die Entwicklung eines Fusionsenergie-Lasers : Newsroom : Universität Hamburg

https://www.uni-hamburg.de/newsroom/forschung/2026/0204-photonenwissenschaft.html

[6] [14] [15] [16] Vom Labor ins Kraftwerk: LLNL und Fraunhofer ILT legen das Fundament für die nächste Generation Fusionslaser - Fraunhofer ILT

https://www.ilt.fraunhofer.de/de/presse/pressemitteilungen/2025/12-18-Fusion-ICONIC-FL-Projekt-LLNL.html

[10] [17] Sechs Länder – eine Fusionsallianz

https://www.medienservice.sachsen.de/medien/news/1091950

[11] Universität Rostock sucht Wissenschaftliche/r Mitarbeiter/in (Postdoc) (m/w/d) - Hochenergiedichtephysik in Rostock | LinkedIn

https://de.linkedin.com/jobs/view/wissenschaftliche-r-mitarbeiter-in-postdoc-m-w-d-hochenergiedichtephysik-at-universit%C3%A4t-rostock-4362725348

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen