Montag, 8. Dezember 2025

Die Reichswehr der 1920er Jahre und Parallelen zu den 2020er Jahren

Die Reichswehr in den 1920er Jahren

Entstehung und Struktur nach dem Versailler Vertrag: Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs und der Auflösung des Kaiserreichs musste Deutschland gemäß dem Versailler Vertrag seine Streitkräfte drastisch reduzieren[1]. Die Reichswehr wurde als neue Reichsarmee der Weimarer Republik geschaffen – offiziell gegründet am 1. Januar 1921, nachdem die Truppenstärke auf das erlaubte Maximum gesenkt worden war[2]. Der Vertrag begrenzte das Heer auf 100.000 Mann (rein Berufssoldaten) und die Marine auf 15.000 Mann[1]. Eine allgemeine Wehrpflicht war verboten, ebenso wie schwere Waffen (Artillerie über bestimmten Kalibern), Panzer, U-Boote und jegliche Luftwaffe[1]. Das ehemalige Große Hauptquartier der kaiserlichen Armee wurde aufgelöst; an seine Stelle trat das getarnte Truppenamt, da ein Generalstab ausdrücklich untersagt war[3]. Die Reichswehr gliederte sich in das Reichsheer (7 Infanterie- und 3 Kavalleriedivisionen, verteilt auf 7 Wehrkreise) und die Reichsmarine, beide mit stark beschränkter Bewaffnung[4]. Die Soldaten leisteten ihren Eid auf die demokratische Weimarer Verfassung – zumindest formal[5]. In der Praxis verstand sich die Reichswehr aber als Kaderschmiede: eine kleine, hochprofessionelle Kernarmee, die das Wissen des alten Heeres bewahren und als Grundstock für eine künftige Wiederaufrüstung dienen sollte[6]. Der Versailler Vertrag fixierte die Dienstzeit auf 12 Jahre für Mannschaften bzw. 25 Jahre für Offiziere, um einen großen Reservistenpool zu verhindern[7][8]. Diese Einschränkungen prägten die Reichswehr von Beginn an als eine “Armee des Versailler Vertrags” – klein, aber mit interner Geschlossenheit und dem Selbstbild einer Elite.



Politische Rolle in der Weimarer Republik: Die Reichswehr erschien nach außen als “apolitisch”, agierte jedoch oft als “Staat im Staate” mit erheblichem politischem Einfluss[9]. Ihr Verhalten in Krisen zeigte, dass sie selektiv handelte: Gegenüber rechten Umsturzversuchen bewahrte sie Neutralität oder Sympathie, während sie gegen linke Aufstände hart vorging. Bereits im März 1920, beim Kapp-Lüttwitz-Putsch der Freikorps, weigerte sich die Reichswehrführung einzugreifen[10]. General Hans von Seeckt soll die berühmte Parole geprägt haben: “Reichswehr schießt nicht auf Reichswehr”, als die Marinebrigade Ehrhardt unter Korvettenkapitän Hermann Ehrhardt gegen die Regierung putschte[11]. Die rechtmäßige Regierung Ebert/Noske musste vor den Putschisten aus Berlin fliehen, da die Truppen nicht zu ihrem Schutz eingesetzt wurden[12]. Erst ein massiver Generalstreik der Arbeiterschaft beendete den Kapp-Putsch, während die Reichswehr passiv blieb. Im krassen Gegensatz dazu schlug die Reichswehr unmittelbar danach den gleichzeitig entbrannten Ruhraufstand linksrevolutionärer Arbeiter mit brutaler Gewalt nieder[13]. Dieser doppelte Standard – Nachgiebigkeit gegenüber Rechts, Härte gegenüber Links – prägte die Weimarer Sicherheitslage. Die Regierung stützte sich in den revolutionären Anfangsjahren 1918/19 auf Freiwilligenkorps (Freikorps) zur Niederschlagung von Aufständen, da die regulären Truppen noch im Abbau begriffen waren[14][15]. So wurden etwa der Spartakusaufstand in Berlin 1919 und regionale Räterepubliken (z.B. in Bayern) von Freikorps in Zusammenarbeit mit dem Militär blutig beendet[15]. Offiziell wurden die Freikorps 1920 aufgelöst, einige Einheiten in die Reichswehr integriert[16]. Doch informell blieben viele bestehen: Wo die Reichswehr durch Versailler Begrenzungen nicht selbst eingreifen konnte, überließ sie paramilitärischen Verbänden die Drecksarbeit – sei es beim Grenzschutz im Osten (gegen polnische Aufständische in Oberschlesien) oder beim Kampf gegen kommunistische Unruhen[17]. Prominent war die Kooperation mit dem nationalistischen Veteranenverband Stahlhelm, der als Miliz diente. 1923, in der großen Krise um die französische Ruhrbesetzung, erreichte die Spannung einen Höhepunkt: In Sachsen und Thüringen hatten linke Regierungsbündnisse (SPD/KPD) regiert, was Reichswehrchef Seeckt als Bedrohung ansah. Er nutzte einen sogenannten “Reichsexekution” (bundesmäßiger Eingriff) im Herbst 1923, um diese Landesregierungen mit Reichswehrgewalt abzusetzen[18]. Parallel rief die bayerische Rechtsregierung unter Gustav von Kahr den Notstand aus und widersetzte sich Berlin – eine Konstellation, die Adolf Hitler für seinen “Hitlerputsch” (Bierkellerputsch) in München im November 1923 ausnutzte. Seeckt erhielt zwar vom Reichspräsidenten Ebert Vollmachten, gegen Bayern vorzugehen, zögerte aber, da er ungern gegen Landeskommandeur Otto von Lossow (ebenfalls Reichswehroffizier) vorgehen wollte[19][20]. Letztlich scheiterte Hitlers Putsch ohne direktes Zutun der Reichswehr – die bayrische Landespolizei und die interne Uneinigkeit der Putschisten verhinderten den Umsturz, während die Reichswehrdivision in Bayern Hitler nicht unterstützte[20]. Insgesamt oszillierte die Rolle der Reichswehr in der Weimarer Republik zwischen ordnungserhaltender Gewalt gegen links und indirekter Duldung rechter Umtriebe, was die junge Demokratie immer wieder in Gefahr brachte.

Geheime Aufrüstung und Kooperation mit der Sowjetunion: Trotz der formalen Abrüstung betrieb die Reichswehr früh vielfältige illegale Aufrüstungsprogramme im Verborgenen. Unter Führung von General Seeckt entstanden geheim gehaltene Strukturen, um die Versailler Beschränkungen zu umgehen[3]. Dazu gehörten z.B. die Bildung der sogenannten “Schwarzen Reichswehr”: Getarnte „Arbeitskommandos“ unter ehemaligen Offizieren, die militärisch ausgebildet wurden und der Reichswehr im Hintergrund Personalreserven stellten[21]. Bis zu 20.000 Mann zählten diese inoffiziellen Truppen auf ihrem Höhepunkt, zusätzlich zu den offiziell 100.000[22]. Sie wurden vom Reichswehrministerium finanziert und ausgerüstet, um im Ernstfall sofort verfügbar zu sein – ein klarer Vertragsbruch. Im Oktober 1923 kam es jedoch zum Küstriner Putschversuch: Etwa 4.000 Angehörige der Schwarzen Reichswehr rebellierten an der Festung Küstrin. Der Aufstand brach schnell zusammen, und Seeckt löste die schwarzen Verbände eilig auf, um einen Skandal zu vermeiden[22]. Daneben betrieben die Reichswehrstrategen eine heimliche Wiederbelebung verbotener Fähigkeiten: Zur Kompensation des fehlenden Generalstabs wurde eine Führergehilfenschule eingerichtet, um Generalstabsoffiziere im Geheimen auszubilden[3]. Ehemalige Offiziere gründeten getarnt „Sportflieger“-Clubs und paramilitärische Sportvereine, in denen junge Männer an Waffenattrappen und Übungstanks ausgebildet wurden[23]. Unter Decknamen wie „Statistische Gesellschaft“ wurden mit der Industrie Pläne für eine zukünftige Waffenproduktion erarbeitet[24]. Besonders bedeutsam war die Zusammenarbeit mit der Sowjetunion: Trotz ideologischer Gegensätze fanden Reichswehr und Rote Armee ein gemeinsames Interesse an Geheimhaltung und militärischer Kooperation. Ab 1922 (Vertrag von Rapallo) und intensiviert 1923/24 liefen geheime Projekte: Deutsche Offiziere durften auf sowjetischem Boden Waffen entwickeln und üben, während im Gegenzug die UdSSR industrielle Unterstützung erhielt[25][26]. So entstand bei Lipezk in Russland eine geheime Fliegerschule, wo ca. 120 deutsche Piloten und Beobachter ausgebildet wurden – Keimzelle einer künftigen Luftwaffe[27]. In Kasan schulte man deutsche Panzertruppen (zwar erst ab 1930 und in begrenzter Zahl)[28]. Auf dem Gelände Tomka bei Saratow wurde gemeinsam an chemischen Kampfstoffen geforscht und getestet[29]. Diese Kooperation ermöglichte es der Reichswehr, Kenntnisse in verbotenen Waffenbereichen (Panzer, Flugzeuge, Giftgas) zu bewahren und weiterzuentwickeln[30][27]. Als 1926 der sozialdemokratische Politiker Philipp Scheidemann diese Machenschaften im Reichstag öffentlich machte, war die Empörung groß[31]. Die Regierung Marx stürzte infolgedessen, doch die militärische Zusammenarbeit ging teils im Verborgenen weiter[31]. 1929 deckte der Journalist Carl von Ossietzky in der Weltbühne weitere illegale Rüstungsaktivitäten auf – wofür er im berüchtigten Weltbühne-Prozess wegen „Landesverrats“ verurteilt wurde[31]. Die Weimarer Republik tolerierte oder deckte zeitweise diese geheimen Aufrüstungen, weil auch bürgerliche Politiker der Auffassung waren, Deutschland müsse aus der militärischen Schwäche herauskommen. Insgesamt untergruben diese Programme jedoch die Vertragstreue der Republik und zeigten, dass die Reichswehrführung die Rückkehr zu militärischer Stärke über die Einhaltung demokratischer und völkerrechtlicher Vorgaben stellte.

Innere Mentalität und politische Orientierung der Offiziere: Der Kern der Reichswehr – das Offizierskorps – blieb in der Weimarer Zeit eine weitgehend konservativ-monarchistische Elite. Demokratisch gesinnte Offiziere waren in der Reichswehr nahezu nicht zu finden; wer republikanisch dachte, hatte kaum Aufstiegschancen[32][33]. Vielmehr dominierte ein nostalgisches Kaiserreichsdenken: Die Mehrheit der Offiziere lehnte die Republik ab, posierte aber äußerlich loyal gegenüber dem Staat[34]. Statistisch stammten weit überproportional viele Offiziere aus dem Adel oder dem alten Militärmilieu – rund 24 % der Reichswehroffiziere hatten adlige Wurzeln (gegenüber nur 0,14 % Adligenanteil an der Gesamtbevölkerung vor 1914)[34]. Insbesondere die Kavallerie führte alte Standesdünkel fort (1920 waren 50 % der Kavallerieoffiziere adlig)[35]. Die Reichswehroffiziere rekrutierten sich fast ausschließlich aus traditionellen Eliten: Noch 1926 kamen 96 % der Offizieranwärter aus bürgerlichen Oberschichten oder Offiziersfamilien, während Arbeiterkinder und Sozialdemokraten so gut wie ausgeschlossen blieben[36]. Dieses soziale und weltanschauliche Homogenität übertraf sogar die Vorkriegsarmee – die Reichswehr war elitärer als die Kaiserwehr je zuvor[36]. Gleichzeitig wurden extreme Ausreißer nach rechts außen zunächst aussortiert: Radikalnationalistische Offiziere, die etwa offen mit Freikorpsputschen sympathisiert hatten, wurden nach dem Kapp-Putsch teils entlassen[37][38]. Doch damit war keine echte Demokratisierung verbunden, sondern eher die Sicherung der Korpsdisziplin. Seeckts Maxime war ein unpolitischer, pflichttreuer Soldat, der über den Parteien steht – de facto bedeutete dies aber eine Distanz zur demokratischen Zivilgesellschaft. Militärischer Konservatismus prägte Denken und Selbstbild: Man sah sich als Bewahrer von Ruhe und Ordnung, stand Traditionen treu und war stolz auf preußische Tugenden. Viele Offiziere trauerten dem Kaiserreich nach und pflegten Kameradschaftsbünde, in denen der Geist von 1914 weiterlebte. So pflegte die Reichswehr etwa einen Kult um den neuen Reichspräsidenten Paul von Hindenburg (im Amt seit 1925), dessen Person als siegreicher Feldherr von Tannenberg emotional auf die Truppe wirkte[39]. Seeckt lud sogar 1926 den im Exil lebenden Kronprinzen Wilhelm in preußischer Gardeuniform zu einem Manöver ein – ein Affront gegen die Republik, der zu Seeckts Entlassung führte, als die Presse dies publik machte[39]. Dies zeigt die monarchistische Gesinnung an der Spitze. Insgesamt war das Offizierskorps der Reichswehr innerlich nicht demokratisch integriert. Es verstand sich als überparteiliche Instanz, war aber in Wahrheit klar rechts der Mitte verortet. Diese innere Haltung sollte später folgenreich sein: In der Endphase der Weimarer Republik standen viele Offiziere der aufkommenden nationalsozialistischen Bewegung zunächst reserviert gegenüber, sahen aber in ihr einen möglichen Verbündeten gegen Bolschewismus und Versailles. Der fehlende demokratische Impuls im Militär erleichterte schließlich die Übergänge von Reichswehr zur Wehrmacht nach 1933 – fast ohne Widerstand aus den eigenen Reihen.

Verhältnis zu Demokratie, Parteien und Extremismus: Die Reichswehr war der republikanischen Regierung gegenüber formal loyal (seit dem Ebert-Groener-Pakt vom November 1918 versprach die Armee, die Regierung gegen Links zu schützen[40]). Doch diese Loyalität war an Bedingungen geknüpft: Solange die Politik die militärische Autonomie respektierte, blieb die Armee ruhig. Die Reichswehrführung bestand darauf, von der Politik weitgehend unabhängig zu bleiben – ein Staat im Staate mit eigenem Vorschriftenwesen und eingeschränkter parlamentarischer Kontrolle[40]. Demokratische Massenparteien, insbesondere die SPD, betrachteten viele Offiziere mit Misstrauen oder Verachtung. Kontakte zu Parteien wurden den aktiven Soldaten untersagt; Offiziere sollten sich nicht öffentlich politisch betätigen. Doch hinter den Kulissen knüpften Reichswehroffiziere sehr wohl Verbindungen – allerdings eher zu republikfeindlichen Kreisen. Führende Generäle hielten informelle Kontakte zu rechten Netzwerken wie dem Stahlhelm und dem Kyffhäuserbund (Veteranenverbände), die antidemokratische Ideologien pflegten[41]. Gleichzeitig wurde die Kooperation mit regierungsloyalen Verbänden wie dem sozialdemokratischen Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold (der die Republik schützte) von der Reichswehr argwöhnisch beobachtet oder ignoriert. Die Reichswehr sah sich selbst als über den Parteien schwebend, was in der Realität hieß, dass sie in Konflikten oft eigenmächtig entschied, welche Gefahr zu bekämpfen war. Linksextremismus – sprich kommunistische Aufstandsversuche – wertete sie als Hauptfeind der inneren Ordnung; dementsprechend arbeitete sie eng mit Polizei und Freikorps zusammen, um Spartakisten, Rote Ruhrarmee oder KPD-Agitation zu zerschlagen[42][17]. Rechtsextremismus in den eigenen Reihen hingegen wurde heruntergespielt oder toleriert, solange er sich gegen die verhassten Versailler Bestimmungen richtete. Es gab allerdings Grenzen: Als einige Freikorpsführer (wie Kapitän Ehrhardt oder General Lüttwitz) 1920 offen putschten, distanzierte sich die Reichswehrführung halbherzig, um ihren Einfluss und Einheit nicht zu gefährden – letztlich aber ohne aktiv für die Demokratie einzuschreiten[12]. Auch 1923, als Hitler mit Unterstützung einiger ehemaliger Offiziere putschte, blieb die Reichswehr in München passiv-abwartend[20]. Man kann sagen, die Reichswehr stand weder treu zur Republik noch offen gegen sie, sondern verfolgte primär eigene institutionelle Interessen. Sie akzeptierte die demokratische Fassade, solange ihre Privilegien (Budgethoheit, autonome Personalpolitik) unangetastet blieben[40]. Wurde jedoch die Armee selbst Objekt politischer Auseinandersetzung, reagierte sie schroff: etwa als im Reichstag immer wieder Linksparteien die Reduzierung des Reichswehr-Etats oder eine Entmilitarisierung forderten, schloss sich die Armeeführung mit rechtskonservativen Kräften zusammen, um das zu verhindern. In den späten 1920ern unternahmen gemäßigte Politiker wie Reichswehrminister Otto Geßler oder sein Nachfolger Wilhelm Groener gewisse Schritte, die Reichswehr in die Republik einzubinden – z.B. durch das Verbot der NSDAP und KPD innerhalb der Truppe 1923[43]. Doch die Reichswehr blieb letztlich ein körperfremdes Element in der Demokratie, das zwar Chaos und kommunistische Revolten bekämpfte, jedoch langfristig kein Wächter der republikanischen Verfassung war. Insbesondere pflegten manche Offiziere ein altmodisches Elitebewusstsein, das sie anfällig machte für autoritäre oder völkisch-nationalistische Ideen, sofern diese eine Wiedererstarkung Deutschlands versprachen. Gerade in der Endphase Weimars verbündeten sich einflussreiche Generäle (etwa Kurt von Schleicher) mit rechtsgerichteten Politikern, um eine autoritäre Regierungsform ohne SPD und Parlament zu etablieren – was ironischerweise den Aufstieg Hitlers begünstigte. Insgesamt lässt sich das Verhältnis der Reichswehr zur Demokratie als distanziert bis ablehnend charakterisieren: Sie duldete die demokratische Ordnung, ohne sie innerlich zu tragen. Dieser Mangel an Verankerung in der freiheitlichen Verfassungsordnung schwächte Weimar erheblich.

Zusammenarbeit mit paramilitärischen Gruppen (Schwarze Reichswehr und andere): Von Anfang an war die Linie zwischen der verkleinerten Reichswehr und den vielen außer Kontrolle geratenen Paramilitärs fließend. Die Freikorps, also bewaffnete Freiwilligenformationen aus entlassenen Soldaten, bildeten 1918–1920 eine wichtige Stütze gegen revolutionäre Unruhen, entglitten aber teils der Kontrolle[14]. Einige Freikorps wurden, wie erwähnt, in die Vorläufige Reichswehr übernommen (z.B. das Freikorps von General Maercker), andere zwangsaufgelöst. Die Reichswehr hielt jedoch bewusst Verbindungen zu ehemaligen Freikorpsleuten, da diese ein Reservoir an kampferprobten Kämpfern darstellten. Ein Beispiel war die Organisation Consul, ein geheimes Netzwerk aus Ex-Freikorpsmitgliedern (hervorgegangen aus Ehrhardts Brigade), das politische Morde an republikanischen Politikern wie Walther Rathenau und Matthias Erzberger verübte. Offiziell verurteilte die Reichswehr solche Taten, aber systematische Verfolgung der Hintermänner unterblieb – nicht wenige Mörder tauchten später in der Reichswehr oder im Stahlhelm unter. Besonders eng war die inoffizielle Zusammenarbeit in der Phase der geheimen Aufrüstung: Die schon erwähnte Schwarze Reichswehr wurde aus früheren Freikorpssoldaten rekrutiert und von Offizieren der regulären Reichswehr trainiert[21][22]. Diese Verbände, getarnt als Arbeitskolonnen, Kasernierungsobjekte oder Polizeieinheiten, existierten im ganzen Reich. Ihre Mitglieder erhielten Sold und Waffen aus Depots der Reichswehr, obwohl dies klar gegen Versailles verstieß[17][22]. Darüber hinaus duldeten lokale Reichswehrkommandanten oft das Fortbestehen rechter Wehrverbände: In Bayern etwa kooperierte der Wehrkreiskommandeur General von Möhl bis 1923 eng mit dem rechtsgerichteten Einwohnerwehr- und Kampfbund-Milieu und ignorierte republikanische Weisungen. Erst nach dem Hitler-Putsch wurde diese “Staat im Staat”-Tendenz in Bayern notgedrungen abgebaut[44][45]. Auch der Stahlhelm, mit rund einer halben Million Mitgliedern Anfang der 1930er eine mächtige paramilitärische Organisation, hatte Sympathisanten in der Reichswehrführung. Zwar durfte ein aktiver Offizier nicht offiziell Stahlhelm-Mitglied sein, aber informell gab es Abstimmungen – etwa bei gemeinsamen Übungen oder im Krisenfall. Insgesamt bestand also eine Grauzone: Die Reichswehr nutzte rechtsgerichtete Verbände als verlängerter Arm (z.B. beim Grenzkrieg in Oberschlesien 1921 oder zur Verstärkung im Ruhrgebiet 1923), zog sich aber zurück, wenn diese Verbände eigene Ambitionen entwickelten. Die Episode der Schwarzen Reichswehr und Küstrin 1923 zeigte die Gefahr: Als die Paramilitärs eigenmächtig handelten, musste Seeckt sie auflösen[22], da sonst die Alliierten oder die deutsche Öffentlichkeit reagiert hätten. Dennoch blieb bis zum Ende der Weimarer Republik eine heimliche Verzahnung von Reichswehr und paramilitärischer Rechter bestehen. Diese Verbindungslinien erleichterten später der NSDAP den Zugang zur militärischen Expertise – viele ehemals “schwarze” Soldaten und Stahlhelm-Mitglieder liefen 1933 zur neuen SA oder direkt zur Wehrmacht über. In Summe war die Reichswehr der 1920er Jahre keine neutrale Verteidigungsinstitution einer Demokratie, sondern eine konservative, teils demokratieferne Elite-Truppe, die doppelte Spiele spielte: Offiziell dem Staat dienend, inoffiziell die eigene Aufrüstung vorantreibend; nach außen apolitisch gebend, intern von alter Ordnung träumend. Diese Ambivalenz muss bei Vergleichen mit heutigen Verhältnissen stets mitbedacht werden.

Parallelen und Kontraste zu den 2020er Jahren in Deutschland

Entwicklung und Rolle der Bundeswehr heute: Die heutige Bundeswehr unterscheidet sich fundamental in Verankerung und Auftrag von der Reichswehr – und doch lassen sich interessante Vergleiche ziehen. Gegründet 1955 in der jungen Bundesrepublik, war die Bundeswehr von Anfang an als “Parlamentsarmee” konzipiert[46]. Gemäß dem Primat der Politik entscheidet der Deutsche Bundestag über ihre Einsätze und überwacht die Streitkräfte eng[47]. Diese demokratische Einbindung war eine bewusste Gegenreaktion auf die Weimarer und NS-Erfahrungen: Nie wieder sollte das Militär ein Eigenleben führen oder der Demokratie entfremdet sein[48]. Die Bundeswehr lebt nach dem Konzept der Inneren Führung, dessen Leitbild vom “Staatsbürger in Uniform” bestimmt ist[49][50]. Soldaten haben die gleichen Grundrechte und Pflichten wie andere Bürger, sind aber besonders der Verfassung verpflichtet[49]. Blinder Gehorsam, wie einst propagiert, gilt als verpönt – vielmehr wird Mitdenken und ethische Reflexion erwartet[51]. Damit hat sich eine politische Kultur etabliert, in der das Militär offen zur Demokratie steht. Strukturell ist die Bundeswehr heute zwar immer noch hierarchisch und traditionell geprägt, doch entscheidende Sicherungen verhindern eine “Staat im Staate”-Mentalität: Ein Wehrbeauftragter des Bundestages fungiert als Anwalt der Soldaten und wacht über ihre Rechte[52], und es gibt Beiräte und unabhängige Instanzen, die Fehlentwicklungen anmahnen[53][54]. Anders als die Reichswehr ist die Bundeswehr auch international eingebunden – als Teil der NATO und EU-Verteidigungsstrukturen. Sie versteht sich als Armee einer gefestigten Demokratie und als Instrument kollektiver Sicherheit, nicht primär nationaler Machtpolitik. Dennoch erlebt die Bundeswehr im beginnenden 2020er Jahrzehnt erneut Umbrüche, die vage an die Zwischenkriegszeit erinnern: Nach Jahren des Personal- und Ausrüstungsabbaus (nach Ende des Kalten Krieges) rückt nun wieder die Landes- und Bündnisverteidigung in den Vordergrund. Die sicherheitspolitische Zeitenwende infolge des russischen Überfalls auf die Ukraine (Februar 2022) markiert einen Wendepunkt: Bundeskanzler Olaf Scholz verkündete ein Sondervermögen von 100 Milliarden Euro für die Modernisierung der Bundeswehr und das Ziel, dauerhaft >2 % des BIP für Verteidigung aufzuwenden[55]. Dieses gigantische Aufrüstungsprogramm – die größte Aufstockung seit Jahrzehnten – erinnert insofern an Weimar, als Deutschland erneut in kurzer Zeit seine Streitkräfte stärken will. Doch der entscheidende Unterschied: Heute geschieht dies transparent, parlamentarisch legitimiert und im Rahmen von Bündnissen. Die Bundeswehr soll eine “moderne, schlagkräftige Armee” werden, die uns schützen kann[56][55], aber eben innerhalb der demokratischen Ordnung. International ist Deutschland nun eingebettet: Bundeswehrsoldaten sind in NATO-Missionen aktiv (z.B. Battlegroup in Litauen, Air Policing in Osteuropa) und erfüllen Solidaritätsverpflichtungen[57][58] – ein Kontrast zur Reichswehr, die teils isoliert agierte und heimliche Allianzen schmiedete. Allerdings ist auch die Bundeswehr nicht frei von Problemen. Lange Vernachlässigung führte zu Ausrüstungsmängeln und Kapazitätslücken (man denke an Berichte über nicht einsatzbereite Flugzeuge oder Schiffe). Die riesige Investitionssumme soll dies beheben – ein Vorhaben, dessen Erfolg noch zu beobachten ist. Das öffentliche Ansehen der Bundeswehr ist zwiespältig: Einerseits genießt sie mehr Vertrauen als in den 1980ern (wo es massive Friedensproteste gab), andererseits ist ihre Rolle im Inland begrenzt (historisch bedingt durch das Trennungsgebot von innerer und äußerer Sicherheit). In Krisen wurde die Bundeswehr aber durchaus im Inland unterstützt eingesetzt, z.B. in der COVID-19-Pandemie 2020–21, wo Soldaten bei Testzentren, in Gesundheitsämtern und der Logistik halfen. Auch bei Naturkatastrophen (Fluthilfe 2021) leisten die Streitkräfte Amtshilfe – dies stärkt ihr Bild als Helfer in Not. Dennoch sind Rufe nach größerer militärischer Präsenz im Inneren (etwa zum Schutz kritischer Infrastruktur) politisch heikel und nur im Notfall vorgesehen, ein Unterschied zum Weimarer Staat, der teils die Reichswehr zur Aufstandsbekämpfung im Inland schickte. Zusammenfassend hat die Bundeswehr heute eine ganz andere innere Verfassung als die Reichswehr: demokratisch kontrolliert, verfassungstreu und auf Bündnisverteidigung ausgerichtet. Doch sie steht – wie die Reichswehr damals – vor der Aufgabe, sich schnell neuen Bedrohungen anzupassen und aus einer Phase der Schwäche zur Stärke zu finden. Die Zeitenwende ist gewissermaßen das Pendant zur geheimen Weimarer Aufrüstung – aber offen verkündet, legitimiert und mit gesellschaftlicher Debatte. Ob diese Aufrüstung im gewünschten Tempo gelingt, wird die kommenden Jahre zeigen.

Gesellschaftliche Spannungen, Polarisierung und Extremismus: Die Weimarer Republik war geprägt von extremer politischer Polarisierung – Straßenschlachten zwischen kommunistischen Rotfrontkämpfern und nationalistischen Freikorps/SA gehörten zum Alltag der späten 20er. Im heutigen Deutschland sind die Verhältnisse wesentlich stabiler und friedlicher, doch gesellschaftliche Spannungen und Tendenzen zur Polarisierung nehmen auch in den 2020er Jahren spürbar zu. Während Weimar eine junge Demokratie in einer krisengeschüttelten Gesellschaft war, blickt die Bundesrepublik auf über 70 Jahre demokratische Tradition zurück. Dennoch machen Populismus und Extremismus den Demokratien Westeuropas auch heute zu schaffen. In Deutschland beobachten Verfassungsschutz und Soziologen insbesondere einen Anstieg rechtsextremistischer Strömungen und eine Verfestigung des politischen Extremismus am Rand. Parallelen zu Weimar drängen sich etwa bei der Betrachtung der heutigen Reichsbürger-Bewegung auf: Diese Szene erkennt die Bundesrepublik nicht an und träumt teils von der Rückkehr zum Deutschen Reich – vergleichbar mit jenen Weimar-Gegnern, die 1919 die Republik ablehnten und z.B. den Kapp-Putsch versuchten. 2022 wurde ein spektakulärer Umsturzplan einer Reichsbürger-Gruppe (angeführt von einem Adligen, Heinrich XIII. Prinz Reuß) aufgedeckt. In diesem konspirativen Netzwerk befanden sich ehemalige Bundeswehrsoldaten und andere Staatsfeinde, die sogar das Parlament auskundschafteten und einen bewaffneten Staatsstreich planten[59]. Die Gruppe konnte zerschlagen werden, bevor sie tätig wurde – die wehrhafte Demokratie funktionierte, die Sicherheitsbehörden griffen rechtzeitig ein[60]. Dies verdeutlicht sowohl die Gefahr als auch den Kontrast: Anders als in Weimar, wo Putschversuche mehrfach fast Erfolg hatten (Kapp 1920, Hitler 1923), ist heute der Staat erheblich stabiler und kann solche Extremisten isolieren. Dennoch sind rechtsextreme Einstellungen bis hinein in Institutionen ein Thema. In den letzten Jahren kamen Fälle ans Licht, in denen einzelne Bundeswehr-Angehörige durch neonazistisches Gedankengut oder Vorbereitung von Gewalttaten auffielen – z.B. der Fall des Oberleutnants Franco A. 2017 (ein Soldat, der sich als Flüchtling ausgab und mutmaßlich einen Terrorakt plante), oder rechtsextreme Umtriebe in der Eliteeinheit KSK (Kommando Spezialkräfte), was 2020 zur teilweisen Auflösung des KSK führte. Untersuchungen zeigen jedoch, dass die Bundeswehr insgesamt kein Hort überproportionaler Extremisten ist. Eine langfristige Sozialstudie ergab, dass fremdenfeindliche oder demokratiefeindliche Haltungen unter Soldaten etwa genauso verbreitet sind wie im Bevölkerungsdurchschnitt – keineswegs stärker[61]. Vielmehr existiert in der Truppe ein konservatives Werteprofil, aber die große Mehrheit steht hinter der demokratischen Grundordnung[62][63]. Anders gesagt: Soldaten sind heute politisch vielfältig, allerdings mit einer Tendenz zur konservativen politischen Orientierung (z.B. über 60 % der Offizieranwärter in den 1990ern fühlten sich konservativ geprägt)[62]. Wichtig ist: Konservativ bedeutet nicht automatisch extrem – nur etwa 17 % des Offiziersnachwuchses der 1990er verorteten sich deutlich rechts der Mitte[64], und selbst diese waren meist rechtspopulistisch, nicht notwendigerweise rechtsextrem[65]. Die Bundeswehr hat Mechanismen, um Extremisten auszusondern – der Militärische Abschirmdienst (MAD) beobachtet Verdachtsfälle. In Weimar hingegen gab es solche Filter praktisch nicht; viele Offiziere hingen unverhohlen antidemokratischen Ideologien an. Gleichwohl warnt eine neue Studie “Armee in der Demokratie” davor, Gefahren zu unterschätzen: Wenn ein „unpolitischer“ oder rein auf Kampf fixierter Habitus Überhand nähme, könnten rechtsradikale Strömungen auch heute leichter Fuß fassen[66][67]. Die Entlassung einiger Dutzend Extremismusverdächtiger in den letzten Jahren zeigt, dass Wachsamkeit nötig ist. Gesellschaftlich ist die Polarisierung im Deutschland der 2020er zwar längst nicht so gewalttätig wie in Weimar, aber verbale Radikalisierung und Hass im Netz sind ernsthafte Phänomene. Themen wie Migration, Pandemie-Maßnahmen oder Klimaschutz spalten Teile der Gesellschaft. Insbesondere in den sozialen Medien und auf Demonstrationen (z.B. der Querdenker-Proteste gegen Corona-Auflagen 2020/21) zeigte sich eine aggressive Ablehnung “des Systems” bei einer Minderheit. Rechts- und linksextreme Ränder nutzen diese Unzufriedenheit und befeuern Verschwörungserzählungen. Laut einer Studie von 2023 haben Verschwörungstheorien inzwischen in Teilen der Bevölkerung bedenklichen Einfluss: Im rechten Spektrum stimmen relativ viele Menschen kruden Behauptungen zu, was fast immer mit einer negativen Einstellung zur Demokratie einhergeht[68]. Hier erkennt man eine Parallele zur Weimarer Zeit, wo antisemitische Dolchstoßlegenden und Hetzpropaganda die Legitimität der Republik untergruben. Allerdings ist heute die Mehrheit der Bürger deutlich gefestigter in der Unterstützung der Demokratie. Die Bundesrepublik erlebt zwar einen Aufstieg populistischer Parteien (z.B. die AfD, die in Ostdeutschland teils stärkste Kraft ist), doch insgesamt gibt es ein breites pro-demokratisches Spektrum, das in Weimar so nicht existierte. Westeuropa und Deutschland stehen auch nicht isoliert da: Die Europäische Union und internationale Kooperation bilden Gegenpole zu nationalistischen Tendenzen. Extremismus bleibt dennoch eine reale Bedrohung – vor allem Rechtsextremismus, der laut Verfassungsschutz als aktuell gefährlichste Extremform in Deutschland gilt. Die Ermordung des Regierungspräsidenten Walter Lübcke 2019 durch einen Neonazi, rechtsterroristische Anschläge wie in Halle (2019) und Hanau (2020) oder die erwähnten Reichsbürger-Umsturzpläne zeigen, dass gewaltbereiter Hass vorhanden ist. Die Sicherheitsbehörden reagieren mit konsequenter Verfolgung dieser Netzwerke; zugleich bemühen sich Politik und Zivilgesellschaft um Prävention und politischen Dialog, um Polarisierung einzudämmen. Hier liegt ein entscheidender Unterschied zu Weimar: Wehrhafte Demokratie bedeutet, dass der Staat heute Extremisten aktiv entgegentritt, anstatt – wie damals – oftmals wegzuschauen oder gar zu sympathisieren. So wurden z.B. mehrere neonazistische Gruppen und Vereine verboten in den letzten Jahren, und es gibt Aussteigerprogramme für Radikalisierte. Trotz mancher alarmierender Parallele (Polarisierung, Systemhass, Verschwörungsmythen) ist die Bundesrepublik in ihrer Breite wesentlich resilienter gegen Extremismus als die Weimarer Republik es war.

Vertrauen in Institutionen und Demokratie: Die Legitimitätskrise, die Weimar permanent begleitete – weite Teile der Bevölkerung und Eliten vertrauten nicht in die demokratischen Institutionen – hat in der heutigen Bundesrepublik kein vergleichbares Ausmaß. Dennoch stellt sich auch in den 2020er Jahren die Frage: Wie gefestigt ist das Vertrauen der Bürger in die Demokratie? Mehrere Studien liefern ein gemischtes Bild. Laut einer Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung von 2023 ist die Zufriedenheit mit dem Funktionieren der Demokratie trotz der jüngsten Krisen stabil geblieben und sogar leicht gestiegen gegenüber 2019[69][70]. Dies ist ermutigend – offenbar konnte das politische System die Pandemie, wirtschaftliche Verwerfungen und andere Herausforderungen so handhaben, dass kein massiver Vertrauensverlust entstand. Allerdings betont die gleiche Studie, dass weiterhin eine Mehrheit unzufrieden ist, nämlich die Zufriedenheit liegt knapp unter 50%[71]. Das heißt: Mehr Menschen sehen die Demokratie kritisch als positiv, auch wenn die Tendenz sich leicht verbessert hat. Besonders auffällig sind regionale und soziale Unterschiede: In Ostdeutschland ist die Demokratiezufriedenheit deutlich geringer als in Westdeutschland, und diese Kluft hat sich zuletzt weiter geöffnet[72]. Zudem sind Menschen mit geringem Einkommen oder niedriger Bildung erheblich unzufriedener mit der Demokratie als Bessergestellte[72][73]. Ein wesentliches Kriterium ist offenbar die soziale Gerechtigkeit: Wer das Gefühl hat, nicht fair behandelt oder nicht angemessen wirtschaftlich abgesichert zu sein, zweifelt eher an der Demokratie. Hier zeigt sich eine Parallele zu Weimar, wo Arbeitslosigkeit, Inflation und soziale Abstiegsängste breite Bevölkerungsschichten empfänglich für antidemokratische Parolen machten. Auch heute hängt das Vertrauen in die Institutionen “in hohem Maße von gerechten Politkergebnissen ab” – so die FES-Studie[74][75]. Positiv ist allerdings, dass die Grundfesten der Demokratie – freie Wahlen, Verfassung, Gewaltenteilung – breite Zustimmung finden. Es gibt keine großen demokratiefeindlichen Massenbewegungen. Selbst die meisten Wähler populistischer Parteien bekennen sich nominell zur Demokratie, auch wenn sie “das System” verändern wollen. Ein gewisser Zynismus gegenüber etablierten Institutionen ist jedoch spürbar: Parteien und Medien genießen bei manchen Bevölkerungsgruppen wenig Vertrauen, was sich z.B. in Erfolg von Schlagworten wie “Lügenpresse” oder der Abwertung “Altparteien” ausdrückt. Die große Koalition der Mitte (CDU/CSU, SPD, FDP, Grüne) repräsentiert zwar weiterhin den Großteil der Wählerschaft, doch die Ränder sind präsenter als vor 20 Jahren. Vertrauen in einzelne Institutionen variiert: Hohe Werte genießen oft das Bundesverfassungsgericht, die Bundespräsidenten oder auch die Polizei, während die politischen Parteien, der Bundestag oder die Kirchen tendenziell geringere Vertrauenswerte haben. Insgesamt kann man sagen, dass die deutsche Demokratie robust, aber gefordert ist[76]. Anders als in Weimar sind die meisten Eliten (Wirtschaft, Verwaltung, Kultur, Wissenschaft) heute entschiedene Unterstützer der Demokratie. Das Militär sowieso – es steht unter Eid auf das Grundgesetz. Auch die Bevölkerung hat – trotz verbreiteter Politikverdrossenheit – keine großen monarchistischen oder diktatorischen Sehnsüchte. Gleichwohl steigt eine Sehnsucht nach “einfachen Lösungen”: So zeigen Umfragen eine wachsende Zustimmung zu direkter Demokratie und sogar technokratischen Expertengremien anstelle von gewählten Politikern[77]. Diese Wünsche nach direkter Aktion oder “unpolitischer Sachlösung” erinnern etwas an Weimar, wo viele den Parlamentarismus als zu schwach empfanden und einen starken Mann herbeisehnten. Eine autoritäre Versuchung besteht also latent auch heute – befeuert durch komplexe Krisen, die manche Bürger überfordern. Bislang gelingt es der Bundesrepublik, den gesellschaftlichen Zusammenhalt ausreichend zu wahren. Anders als 1930 haben Krisen (etwa die Eurokrise, Flüchtlingskrise 2015, Corona 2020, Energiekrise 2022) nicht zur Ausschaltung der Demokratie geführt, sondern wurden im Rahmen demokratischer Prozesse bewältigt. Das Vertrauen der Menschen mag schwanken, aber die Loyalität zur Verfassung ist hoch. Hier zahlt sich aus, dass das Grundgesetz bewusst Mechanismen enthält, die Weimar fehlten – etwa das konstruktive Misstrauensvotum, die 5%-Hürde gegen Radikale im Parlament, das Verbot verfassungsfeindlicher Parteien durch das Bundesverfassungsgericht (das 1952 die SRP, 1956 die KPD verbot). Die Bürger wissen: Selbst extreme Parteien können nicht so einfach die Macht übernehmen, ohne dass Schranken greifen. Dieser Sicherheitsmechanismus stabilisiert das Vertrauen, dass die Demokratie sich selbst verteidigen kann, und bildet einen klaren Kontrast zu Weimar, wo Demokraten aus Angst vor Bürgerkrieg oft vor den Extremisten kapitulierten. In Summe sind parallele Tendenzen (Unzufriedenheit, Ost-West-Gefälle, Elitenskepsis) erkennbar, aber die demokratische Resilienz ist heute weit größer.

Sicherheitslage und neue Bedrohungslagen (Cyber, hybride Kriegsführung): Die traditionelle Bedrohung der 1920er war ein Wiederaufflammen des großen Kriegs oder Bürgerkriegs im Innern. Heute hat sich das Sicherheitsspektrum gewandelt: Klassische militärische Konflikte zwischen Staaten schien lange unwahrscheinlich – bis Russland 2022 die Ukraine überfiel. Nun ist auch in Europa wieder ein konventioneller Krieg denkbar, zumindest an der Peripherie. Deutschland selbst sieht sich (als NATO-Mitglied) zwar keiner unmittelbaren Invasion ausgesetzt, doch die Wahrnehmung externer Gefahren hat sich in den 2020ern drastisch verschoben. Hybride Bedrohungen und Cyberangriffe treten in den Vordergrund. Feindliche Akteure nutzen zunehmend Methoden unterhalb der Kriegsschwelle, um Demokratien zu destabilisieren: Desinformation in sozialen Medien, Beeinflussung von Wahlen, Hackerangriffe auf kritische Infrastruktur, Spionage und Sabotage. So registrierten deutsche Behörden etwa großangelegte Cyberattacken auf den Bundestag 2015 (die russischen Gruppen zugeschrieben werden) oder auf deutsche Unternehmen und Ministerien. Staatliche Akteure wie Russland oder China versuchen durch Cyberoperationen, sich Zugang zu Informationen zu verschaffen oder Versorgungssysteme zu stören. Diese unsichtbaren Angriffe sind eine ganz neue Herausforderung im Vergleich zu den Bedrohungen der 1920er. Die Bundesregierung hat reagiert: Es wurden Spezialabteilungen geschaffen, z.B. ein Cyber-Kommando in der Bundeswehr und eine beim Bundesinnenministerium angesiedelte “Arbeitsgruppe Hybride Bedrohungen”. Ein aktuelles Lagebild soll sämtliche Phänomene – von Desinformationskampagnen über Spionage bis Staatsterrorismus – systematisch erfassen[78]. Denn man hat erkannt: Hybride Kriegsführung kann erheblichen Schaden anrichten, ohne dass ein Schuss fällt. So wird etwa seit 2020 verstärkt vor Einflussoperationen aus Russland gewarnt, die mittels Fake News die öffentliche Meinung spalten sollen (z.B. die “Lisa”-Falschmeldung 2016 über eine angeblich von Flüchtlingen vergewaltigte russlanddeutsche Jugendliche, die zu diplomatischen Verstimmungen führte). Sabotageakte sind ebenfalls real: 2022 gab es mutmaßlich russische Sabotage an Nord-Stream-Pipelines, und 2023 wurden Anschläge auf deutsche Bahn-Infrastruktur aufgeklärt, hinter denen ebenfalls ausländische Geheimdienste vermutet wurden. Solche hybriden Angriffe zielen wie die paramilitärischen Kämpfe der Weimar-Zeit auf die Schwachstellen der Gesellschaft – damals Straßenterror und Putschgerüchte, heute digitale Panikmache und Versorgungsstörung. Die Natur der Bedrohung hat sich geändert, aber die Herausforderung ist vergleichbar: Den inneren Frieden zu wahren und Spaltungen zu verhindern. Die Sicherheitsbehörden verstärken daher Kooperation: Verfassungsschutz, Bundeskriminalamt und Militär arbeiten in gemeinsamen Zentren gegen Hybridgefahren zusammen[79]. Auch auf EU-Ebene gibt es Task Forces gegen Desinformation. Außerdem werden Resilienzmaßnahmen ergriffen, etwa im Vorfeld der Bundestagswahl 2025, um Manipulation oder Cyberattacken zuvorzukommen[80]. Neben diesen indirekten Bedrohungen existieren freilich weiterhin konventionelle Risiken: Der russische Angriffskrieg hat die NATO veranlasst, ihre Ostflanke massiv zu stärken – Deutschland hat hier eine Schlüsselrolle und stellt Truppen für die Abschreckung. Auch neue Technologien wie Drohnen und künstliche Intelligenz verändern die Kriegsführung, worauf sich Bundeswehr und Gesellschaft einstellen müssen (Diskussionen etwa über Bewaffnung von Drohnen, Cyberverteidigungsethik etc.). Nicht zu vergessen sind Terrorgefahren: In den 1920er Jahren waren politische Attentate häufig (Rathenau, Erzberger), heute ist v.a. islamistischer Terror seit den 2000ern präsent (der Anschlag auf dem Berliner Breitscheidplatz 2016 zeigte dies). Allerdings hat die Zusammenarbeit der Sicherheitsorgane (Polizei, Nachrichtendienste) viele Anschläge verhindern können. Die generelle Sicherheitslage in Deutschland der 2020er ist trotz allem deutlich besser als im Weimarer Deutschland: Es gibt kein Heer bewaffneter privater Milizen, die das Gewaltmonopol herausfordern – das Gewaltmonopol des demokratischen Staates ist intakt. Neue Gefahren sind dafür subtiler und globaler: Pandemien, Klimawandel-Folgen oder Energieknappheit können Sicherheit und Stabilität bedrohen, ohne klassische militärische Gegner. Hier verschwimmen die Grenzen von innerer und äußerer Sicherheit. Insgesamt lässt sich sagen: Die Bundesrepublik sieht sich heute einem breiteren Spektrum an Bedrohungen ausgesetzt als die Weimarer Republik, die primär unter direkter Gewalt von innen litt. Die Antwort darauf ist auch breiter: neben Militär auch Cyber-Abwehr, Zivilschutz und internationale Kooperation. Der Vergleich zeigt aber: Sowohl in den 1920ern als auch in den 2020ern steht Deutschland vor der Aufgabe, flexibel auf neue Konfliktformen zu reagieren – einst der Übergang vom Weltkrieg zum Bürgerkrieg, heute vom Frieden zum Cyberkrieg.

Umgang mit Krisen – von der Pandemie bis zum Ukrainekrieg: Die Weimarer Jahre waren eine Abfolge von Krisen (Revolution 1918, Inflation 1923, Weltwirtschaftskrise ab 1929), die die Republik letztlich überforderten. Auch die 2020er bieten ein Krisenszenario nach dem anderen: COVID-19-Pandemie, Russlands Krieg in der Ukraine, Energiekrise, Inflation, Migration – jede für sich eine große Herausforderung, zusammen eine ernsthafte Belastungsprobe für Staat und Gesellschaft. Der Umgang mit diesen Krisen zeigt Parallelen und Unterschiede zu Weimar. Ein wichtiger Unterschied: Der deutsche Staat ist heute wesentlich handlungsfähiger und lernfähiger. Als 2020 das neuartige Coronavirus die Welt lahmlegte, reagierte die Bundesregierung mit harten, aber geordneten Maßnahmen (Lockdowns, Hilfspakete). Die Verwaltung, wenngleich gelegentlich bürokratisch schleppend, konnte binnen kurzer Zeit Impfkampagnen aufziehen und wirtschaftliche Einbrüche durch Finanzhilfen abfedern. Zwar gab es Fehler und später viel Kritik, doch insgesamt bewältigte Deutschland die Pandemie im europäischen Vergleich relativ gut. Die Bevölkerung trug die einschneidenden Grundrechtseinschränkungen zum Großteil mit, auch wenn eine laute Minderheit (die Querdenker-Bewegung) protestierte. Diese Proteste zogen ein heterogenes Spektrum an – von Impfgegnern bis zu Rechtsextremen – und testeten die Toleranzgrenze des Staates. Im Großen und Ganzen blieb die Lage aber unter Kontrolle; es gab keine massenhaften Ausschreitungen. Hier zeigt sich: Das Vertrauen in staatliches Krisenmanagement war offenbar hoch genug, dass die Mehrheit den Kurs mittrug – anders als in Weimar, wo z.B. während der Hyperinflation 1923 das Vertrauen völlig kollabierte und Putschisten leichtes Spiel hatten. Ähnlich beim Ukrainekrieg 2022: Die Regierung Scholz stand vor einem Schock – ein Krieg mitten in Europa, der energie- und sicherheitspolitisch Deutschland drastisch traf. Doch mit dem Konzept der “Zeitenwende” wurde schnell ein Kurswechsel angekündigt, der breiten Rückhalt fand: Massive Unterstützung für die Ukraine, Aufrüstung der Bundeswehr, Abkehr von russischem Gas. Natürlich gab es Kontroversen über Waffenlieferungen (Teile der Bevölkerung und Oppositionsparteien wie die Linkspartei oder AfD lehnten diese ab), aber eine große Koalition der Mitte trug die Hilfen mit. Gleichzeitig wurden Maßnahmen im Innern ergriffen: Um die Energiekrise zu bewältigen, organisierte die Regierung neue Gasimporte, hielt Sparappelle und entlastete Bürger mit Milliardenpaketen. Diese staatliche Handlungsfähigkeit – innerhalb weniger Monate LNG-Terminals zu bauen, Preisbremsen für Strom/Gas einzuführen – kontrastiert stark mit Weimar, wo bei Krisen oft politische Lähmung herrschte. Ein Parallele ist indes die gesellschaftliche Verunsicherung durch schnelle Veränderungen: 1923 musste die Bevölkerung den Übergang von Inflation zu stabiler Währung schlagartig mitmachen; 2022/23 erlebten die Menschen eine Rekordinflation (teils über 10 %) und explodierende Energiepreise, was Angst und Unmut auslöste. Doch erneut gelang es der Regierung, die sozialen Härten mit Direkthilfen (zum Beispiel Energiepauschalen, Gaspreisdeckel) zu mildern – etwas, das Weimar in der Weltwirtschaftskrise 1929/30 nicht mehr konnte, als strenge Sparpolitik die Lage verschlimmerte. Ein weiteres Dauerthema ist die Migration: Seit der Flüchtlingswelle 2015 kommen immer wieder hohe Zahlen Asylsuchender nach Europa. Dies führt zu Spannungen vergleichbar mit denen durch die Vertriebenenströme in der frühen Bundesrepublik oder durch Arbeitslosigkeit in Weimar. In den 2020ern spaltet das Thema Migration die Öffentlichkeit: Während viele Bürger humanitäre Aufnahme begrüßen (z.B. die breite Solidarität mit ukrainischen Flüchtlingen 2022), gibt es auch Überforderung und Fremdenängste, die populistische Kräfte schüren. In Orten mit hohen Flüchtlingszahlen kam es teils zu Protesten oder zu verstärkter Wahl der AfD. Dies erinnert an Weimar, wo Bevölkerungsgruppen gegeneinander ausgespielt wurden – damals z.B. Arbeiterschaft gegen Bürgertum, heute Einheimische gegen Zugewanderte in der Rhetorik mancher. Der Staat versucht, Integrationsmaßnahmen und europäische Verteilungsmechanismen zu verbessern, aber eine Lösung, die alle zufriedenstellt, gibt es bislang nicht. Dennoch hat Deutschland die Herausforderung 2015/16 bewältigt, ohne dass die Demokratie ernsthaft ins Wanken geriet – anders als Weimar, wo Migrationsbewegungen (etwa aus den ehemals deutschen Ostgebieten) plus Wirtschaftskrise zum Erstarken der Extreme beitrugen. Betrachtet man die gesamtgesellschaftliche Resilienz in Krisen, so scheint die Bundesrepublik der 2020er relativ robust. Die demokratischen Institutionen – Regierung, Parlamente, Gerichte – funktionieren auch im Stressmodus. Es gibt natürlich Vertrauensverluste durch einzelne Skandale (Maskenaffäre 2020, Korruptionsvorwürfe), aber keine systemischen Zusammenbrüche. Kritisch beobachten muss man die Polarisierung der Diskurse: In sozialen Medien werden Krisenthemen oft radikalisiert diskutiert, “Lager” bilden sich (Impffraktion vs. Impfgegner, “Putin-Versteher” vs. Ukraine-Unterstützer etc.). Diese Verhärtung kann langfristig das Verständnis untergraben, ähnlich wie die unversöhnlichen Lager in Weimar. Allerdings existiert heute eine professionelle Medienlandschaft mit Faktenchecks und Öffentlich-Rechtlichem Rundfunk, die Desinformation entgegenwirken soll – ein Pfund, das Weimar so nicht hatte. Letztlich bleibt festzuhalten: Die Krisenbewältigung der 2020er zeigt sowohl Parallelen (multipler Stress, Gefahr von Radikalisierung) als auch Kontraste (starke staatliche Gegenwehr, hohe Resilienz). Deutschlands Demokratie hat aus der Weimarer Erfahrung gelernt, frühzeitig gegenzusteuern. So wurden in der Energiekrise 2022 soziale Verwerfungen durch Entlastungspakete abgemildert – 1930 hingegen führte soziale Kälte (Sparpolitik Brüning) direkt in die politische Radikalisierung. Insofern kann man sagen: Geschichte dient als Mahnung, und die Bundesrepublik bemüht sich, Weimars Fehler zu vermeiden. Dennoch bleibt auch für die 2020er die Aufgabe, den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken, Extreme zu isolieren und das Vertrauen der Bürger in die demokratischen Institutionen hochzuhalten – damit sich nicht wiederholt, was vor fast 100 Jahren geschah. Die Lehre aus der Reichswehr-Ära ist klar: Eine Demokratie braucht ein loyales Militär, starke Institutionen und eine engagierte Zivilgesellschaft, um Krisen zu überstehen. Im Großen und Ganzen ist Deutschland heute auf einem besseren Weg – die Herausforderungen sind anders geartet, aber mit Wachsamkeit und Anpassungsfähigkeit kann die Demokratie auch die 2020er unbeschadet meistern.

Literatur und Quellen: Die Analyse stützt sich auf historische Darstellungen und aktuelle Studien, darunter die Wikipedia-Artikel zur Reichswehr und deutschen Wiederaufrüstung[9][25], Dokumente des Bundesarchivs zum Militär der Weimarer Zeit[14][18], zeitgenössische Quellen zur geheimen Kooperation mit der Sowjetunion[27], sowie Forschungsergebnisse zur inneren Verfasstheit der Reichswehr[34]. Für die Gegenwartsbetrachtung wurden u.a. Veröffentlichungen der Bundeszentrale für politische Bildung und des Bundeswehr-Zentrums für Militärgeschichte berücksichtigt, die auf Sozialstudien zur politischen Einstellung von Soldaten referenzieren[62][81]. Daten zum Demokratievertrauen entstammen einer FES-Studie von 2023[69][72]. Regierungsaussagen – etwa zur “Zeitenwende” – wurden aus Olaf Scholz’ Bundestagsrede vom 27.2.2022 entnommen[55]. Des Weiteren wurden Medienberichte zur Aufdeckung der Reichsbürger-Verschwörung 2022[59] und Informationen des Deutschen Bundestages zu hybriden Bedrohungen 2025[78] herangezogen. Diese vielfältigen Quellen sichern die Faktenbasis der Gegenüberstellung von 1920er- und 2020er-Jahre. Insgesamt zeigt der Vergleich: Trotz mancher Oberflächenähnlichkeiten (wirtschaftliche Krisen, extremistisches Gedankengut, Rüstungsdebatten) sind die Unterschiede in politischer Kultur, Verfassungsordnung und Integrationskraft enorm – ein Grund zur Zuversicht, aber kein Anlass zur Selbstgefälligkeit. Nur mit historischem Bewusstsein und stetiger Stärkung demokratischer Strukturen kann verhindert werden, dass sich die Fehler von Weimar in neuer Form wiederholen. [9][47]


[1] [2] [3] [4] [5] [6] [7] [8] [9] [10] [11] [12] [13] [17] [19] [20] [21] [22] [23] [24] [25] [26] [27] [28] [29] [30] [31] [32] [33] [34] [35] [36] [37] [38] [39] [40] [41] [42] [43] Reichswehr - Wikipedia

https://en.wikipedia.org/wiki/Reichswehr

[14] [15] [16] [18] Deutsche Streitkräfte 1918 bis 1933 - Bundesarchiv

https://www.bundesarchiv.de/im-archiv-recherchieren/archivgut-recherchieren/nach-themen/deutsche-streitkraefte-1918-bis-1933/

[44] [45] Reichswehr in Bayern – Historisches Lexikon Bayerns

https://www.historisches-lexikon-bayerns.de/Lexikon/Reichswehr_in_Bayern

[46] [47] [48] [49] [50] [51] [52] [53] [54] Die Innere Führung – das Wertegerüst der Bundeswehr

https://www.bundeswehr.de/de/selbstverstaendnis/innere-fuehrung

[55] [56] [57] [58]  Policy statement by Olaf Scholz, Chancellor of the Federal Republic of Germany and Member of the German Bundestag, 27 February 2022 in Berlin

https://www.bundesregierung.de/breg-en/service/archive/policy-statement-by-olaf-scholz-chancellor-of-the-federal-republic-of-germany-and-member-of-the-german-bundestag-27-february-2022-in-berlin-2008378

[59] [60] Die Prozesse gegen die Gruppe Reuß | Reichsbürger | bpb.de

https://www.bpb.de/shop/zeitschriften/apuz/reichsbuerger-2025/572711/die-prozesse-gegen-die-gruppe-reuss/

[61] Langjährige Bundeswehr-Sozialstudie: Weniger Rechtsextremisten ...

https://augengeradeaus.net/2025/04/langjaehrige-bundeswehr-sozialstudie-weniger-rechtsextremisten-in-der-truppe-als-in-der-bevoelkerung/

[62] [63] [64] [65] [66] [67] [81] Nicht ganz dicht am rechten Rand? | Militär | bpb.de

https://www.bpb.de/shop/zeitschriften/apuz/307662/nicht-ganz-dicht-am-rechten-rand/

[68] [69] [70] [71] [72] [73] [74] [75] [76] [77] Studie Vertrauen in Demokratie in Krisenzeiten

https://www.fes.de/studie-vertrauen-in-demokratie

[78] [79] Deutscher Bundestag - Neues Lagebild zu hybriden Bedrohungen

https://www.bundestag.de/presse/hib/kurzmeldungen-1103890

[80] Abwehr hybrider Bedrohungen und Desinformation - BMI

https://www.bmi.bund.de/DE/themen/heimat-integration/wehrhafte-demokratie/abwehr-hybrider-bedrohungen/abwehr-hybrider-bedrohungen-node.html

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