Das Alstervorland
Die Hamburger Außenalster ist umgeben von begrünten Flächen. Die Ostseite, mit den Stadtteilen St. Georg, Uhlenhorst und Winterhude wird als Alsterpark bezeichnet. Ich werde mich mit der Westseite befassen, die sich Alstervorland nennt und die Stadtteile Rotherbaum und Harvestehude umfasst.
Frühe Geschichte
Nachdem die Hamburger Torsspeere 1860/61 aufgehoben wurde, siedelten insbesondere wohlhabende Hamburger in die neu entstandenen Stadtteile Rotherbaum und Harvestehude.
Ein großes Gebiet des heutigen Harvestehude war besitz eines Klosters, und wurde teilweise von einer Gärtnerei gepachtet. Hamburger Investoren kauften das Gebiet auf. Zunächst errichteten sie ein Straßennetz und parzellierten das Areal. Es wurden herrschaftliche Villen und Etagenhäuser gebaut, die zum Verkauf oder Vermietung standen. Besonderns prachtvolle Häuser entstanden am Harvestehuder Weg. Die Gärten dieser Häuser reichten bis an die Außenalster und hatten u. a. auch Tennisplätze. Sie waren kostspielig angelegt und mit seltenen Bäumen bepflanzt.
Der Leiter der Hamburger Kunsthalle, Alfred Lichtwark (1852-1914), forderte als erster das dass Vorland von Rotherbaum und Harvestehude in Staatsbesitz übergehen sollte, ums es der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.
Zwischen Rothebaumchausse und Harvestehuder Weg kam es während des 2. Weltkriegs zu so gut wie keinen Zerstörungen durch Fliegerbomben.
Die Umwandlung in einen Park und die Internationale Gartenbauausstellung 1953
Erst nach dem 2. Weltkrieg konnte der Wunsch Alfred Lichtwarks und breiter Bevölkerungskreise in die Tat umgesetzt werden: Das Alstervorland sollte im Zuge der Internationalen Gartenbauaustellung in einen öffentlich zugänglichen und weitläufigen Park umgewandelt werden. Hauptverantwortlich dafür war der Hamburger Bürgermeister Max Brauer. Die IGA von 1953 war insofern besonders, weil sie dezentral aufgebaut war, und u. a. Planten un Blomen umfasste. Herzstück war jedoch das neu errichtete Alstervorland. Verantwortlich für dessen Neugestaltung war der Gartenarchitekt Gustav Lüttge (1909-1968).

Die Gartenausstellung orientierte sich nicht nach Vorbildern aus der Renaissance oder dem Barock, sondern ganz an dem Zeitgeist der Moderne.
Lüttges wollte durch seine Gestaltung die Plastiken in einem maßstäblichen Verhältnis zur Landschaft integrieren. Dadurch entstand die streng gegliederte, lag gestreckte und platzartige Anlage.
Es wurde auch ein kleiner Teich in das Gelände hineingeleitet, wodurch der Uferweg unterbrochen und mit einer kleinen Brücke versehen wurde. Von dieser Brücke hat man einen schönen Rundum blick auf die Außenalster und das Parkgelände.
Die beiden Hauptwege führen jeweils an den seitlichen Begrenzungen (Harvestehuder Weg, Außenalster) entlang, wodurch eine ausgedehnte und ununterbrochene Rasenfläche zwischen den beiden Wegen entstand. Der an der Strasse lang führende Weg ist Schattig und weniger repräsentativ. Der an der Alster lang führende könnte als Promenade bezeichnet werden, ist Sonnig und bietet einen Schönen Blick bis an die andere Alsterseite.
Der von den Veranstaltern gewünschte Eingang sollte die Verlängerung der Alsterchaussee sein, der sog. Fährdamm.
Das Alstervorland Heute
Heute ist von den Kunstwerken der IGA von 1953 nicht mehr viel zu sehen, jedoch finden sich am Wegesrand zahlreiche kleine Objekte die dort im Laufe der Zeit positioniert wurden, z.B. auf Baumstümpfen.
Der Harvestehuder Weg wird regelmäßig von den Touristenbussen befahren und gehört heute zu einen der teuersten Wohnstrassen Deutschlands. Zahlreiche Prominente haben in der Gegend eine Wohnung oder gar ein Haus und so sind somit häufig am Alstervorland anzutreffen.
In repräsentativen Gegend haben vielen Konsulate ihren Sitz.
Besonders in den warmen und sonnigen Monaten wird der Park von zahlreichen Menschen bevölkert Schon morgens sieht Jogger, Spaziergänger und Hundebesitzer.
Der Parkteil nördlich vom Fährdamm wird als Hundewiese bezeichnet und entsprechend genutzt. Hat man einen Hund findet man dort zu jeder Tagezeit gleichgesinnte.
An Wochenenden und Feiertagen kann man das Menschenaufkommen mit dem in der Innenstadt vergleichen.
Dabei teilt man sich die Wiese mit zahlreichen Graugänsen, die dort grasen.
Viele nutzen die Wiese mit den weißen Stühlen zum Grillen. Seit kurzem sind jedoch Einweggrille verboten, da sie den Rasen verbrennen.
Oft ist es schwer einen Stuhl zu ergattern. Teilweise bilden Gruppen Kreise aus 12 und mehr Stühlen. Andere bauen sogar Zelte auf, um beispielsweise ihren Geburtstag zu feiern.
Dabei werden auch häufig Musikanlagen mitgebracht.
Da das Alstervorland bei heftigen Regen häufig überschwemmt und somit außerhalb der Wege unbegehbar war, wurde vor ca. 10 Jahren extra ein Siel gebaut, um das Wasser abfließen zu lassen.
Ich selbst bin häufig im Alstervorland unterwegs um zu joggen, spazieren zu gehen oder mich auf einen der weißen Stühle zu setzen um zu entspannen. Es ist für mich eine der schönsten Ecken Hamburgs.